Weitere Informationen zur Posturologie
Ursprung der Posturologie

Der Begriff Posturologie setzt sich aus den Wortstämmen Postura (die Haltung) und Logos (die Lehre) zusammen.

Das erste Institut, das sich mit der Haltungslehre beschäftigte, existierte bereits 1890. Es wurde von Karl Vierordt betrieben. Obwohl hier schon das Wissen darüber vermittelt wurde, welche körperlichen Faktoren die Haltung beeinflussen, blieben diese wertvollen Erkenntnisse lange ungenutzt. 1985 gründete der französische Orthopäde Dr. Bricot das College International d Etude de la Statique in Marseille. Seitdem werden in Frankreich Posturologen ausgebildet.

In Deutschland wird erst seit 2006 eine posturologische Grundausbildung in Heilbronn angeboten. Hier profitiert der posturologische Lehrbereich von einer breiten interdisziplinären Aufstellung der Dozenten als auch der Kursteilnehmer. So reifen in dieser Posturologie ständig neue Erkenntnisse.

Die neuen posturologischen Erkenntnisse werden in der Posturologie-Forschungsgruppe e.V.  zusammengetragen und vernetzt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: » www.posturmedizin.de

Posturologische Grundsätze

Unsere Körperhaltung wird von unserem Gehirn koordiniert. Dort verarbeiten und bewerten verschiedene Gehirnareale Informationen, die über Rezeptoren übermittelt werden. Wichtige Rezeptoren, die Einfluss auf die Statik haben, sind die Augen, die Füße, das Innenohr, die Haut, die Muskeln, die Gelenke, die Faszien und der Kauapparat samt Zähnen.

Da das Gehirn keine eigenständige Idee von „der richtigen Körperhaltung“ hat, ist er darauf angewiesen, dass diese Körperrezeptoren stimmige Informationen vermitteln. Überträgt einer dieser Rezeptoren „falsche“ Informationen kommt es zu statischen Anpassungen. Diese können den Haltungsausdruck entsprechend stören.

Posturologische Behandlung

Im ersten Kontakt wird eine gründliche Anamnese erhoben, in der möglichst viele Informationen über Störfaktoren gesammelt werden. Im Verlauf des Anamnesegesprächs wird klar, ob weitere schulmedizinische Differentialdiagnostik benötigt wird. Anschließend kommt es zu einer körperlichen Untersuchung. In dieser geht es darum, Ursächlichkeiten zu finden und diese auszutesten.

Wurden Störungen erkannt, können sie durch unterschiedliche therapeutische Mittel behandelt werden. So kommen neben speziellen Einlagen auch Augentropfen, Magnete und Körper-Augenübungen zum Einsatz.

Möglichkeiten und Grenzen

Grundsätzlich können alle Haltungsabweichungen posturologisch untersucht und behandelt werden.

Es gibt jedoch einige Diagnosen und Zustände, welche einer erfolgreichen Therapie im Wege stehen. Insbesondere Morbus Parkinson und Polyneuropathie, aber auch Medikamente (z.B. Antidepressiva).

Ich weise darauf hin, dass Posturologie kein Ersatz für schulmedizinische Diagnostik darstellt.

Dauer und Kosten

Die Reprogrammierung des Haltungssystems dauert ein bis drei Jahre und umfasst insgesamt vier bis sechs Termine. In der Regel sind es im ersten Jahr vier Termine im Abstand von drei Monaten. Die folgenden Termine sind im Jahresabstand.

Pro Sitzung fallen in meiner Praxis 120,00 Euro Behandlungskosten an. Darüber hinaus fallen Kosten für Therapiematerialien an. Der größte Kostenfaktor sind die posturologischen Einlagen, welche ich zum Einkaufspreis von zirka 100,00 Euro pro Paar weitergebe. Die Einlagen haben eine Lebensdauer von 12 bis 18 Monaten.

Posturologie ist in Deutschland nicht als Heilmethode anerkannt. Die Kosten werden weder von der gesetzlichen oder privaten Krankenkasse noch der Beihilfe getragen.